Freitag, 18. März 2011

Ich reise in die Zukunft und lausche einem Gespräch

Ein Mädchen fragt seine Mutter:
Wasser Erde Feuer Luft
Mama, was ist Blütenduft?
Du hast erzählt vor vielen Jahren,

als Deine Eltern Kinder waren,

durfte man im Garten spielen

der Regen brachte dich nicht um

und es gab kein Cäsium?

Ohne ohne Maske, ungefiltert
konnte man an Blumen riechen?
Und einfach so am Boden kriechen?

Mama sag, was ist passiert?

Wieso ist alles explodiert?




Mama, woher kommt eigentlich der Spruch:
Erde Feuer Wasser Luft
Für immer war der Blütenduft

Ausgelöscht für alle Zeit

Wir bitten dass Ihr uns verzeiht


Mutter:

Zuerst zerstörte Die Natur einen winzigen Teil der Erde, nur ein paar hundert Quadratkilometer:
Erst bebte die Erde, dann kam das Wasser, es brannten ein paar Städte ...
Erde, Wasser Feuer ...
Doch dann kam das Gift in die Luft. Die Welt zerstörten wir Menschen selbst. Wir Menschen zerstörten die Luft.

Tochter:
Mama, stimmt es, dass unsere Urgroßeltern damals Kraftwerke gebaut habt, die wie Atombomben funktionieren? Wie Bomben, die ganze Städte vernichtet haben?
Stimmt es, dass es über Jahrzehnte immer schwere Unfällemit diesen Bombenkraftwerken gab? Stimmt es, dass ein so ein Bombenkraftwerk schon einmal explodiert war und sie bauten weiter hundert solche Bombenkraftwerke?
STIMMT DAS???
Stimmt es, dass unsere Urgroßeltern weiterhin solche Bombenkraftwerke gebaut haben? Stimmt es, dass in Japan, wo die großen Beben sind, wo Tsunamis erfunden wurden, solche Bombenkraftwerke an der Küste gebaut wurden?
Stimmt es, dass Politiker gesagt haben, alles ist sicher? Obwohl die gewusst haben, dass solche Bombenkraftwerke manchmal in die Luft fliegen?
Stimmt es, dass sogar nachdem in Japan alles in die Luft geflogen ist und die Luft giftig wurde, man weiterhin solche Bombenkraftwerke gebaut hat?

Mutter
Ja.

Tochter
Deswegen kann ich nicht hinausgehen und schauen, ob Blumen duften?
Ja.
Stimmt es, dass diese Bombenkraftwerke die Erde verstrahlt haben?
Ja.
Und man hat das gewusst?
Ja.
Mama, ich verstehe das nicht.
Feuer, Wasser, Luft und Erde
gab es damals wirklich Pferde?

Durfte man im Freien sitzen,

ohne im Strahlenanzug zu schwitzen?


Einfach so? Im Leiberl? Durfte man den Wind spüren ohne Maske? Durfte man Bäume angreifen, ohne Handschuhe?
Durfte man Blumen pflücken und danach riechen?
Nennt man das Blütenduft?

Mama, mama, ich wünsche mir so sehr
Einmal nur, einmal schwimmen gehen ins Meer.






Ich auch.

Samstag, 12. März 2011

Höhlenrettungsübung







Was für ein symolträchtiger Tag. Während in Japan noch nicht einmal die Rettungsaktionen voll im Gange sind nehme ich an einer Höhlenrettungsübung teil.
Die Übungsannahme ist, dass auf der Hohen Wand 2 Personen abgängig sind. Ich bin dem Suchtrupp "Gipsloch und Windloch" zugeteilt.
Im Gipsloch erwarten uns schöne Eisfiguren.


Im Windloch werden wir fündig. Auch hier sind tolle Eisfiguren. Ich "passe auf den Verletzten auf" - das bedeutet ich habe Zeit für mich und ich nütze sie, die Natur zu genießen. Von Patrick bekomme ich die Bestätigung dessen, was ich schon vermutet habe: "Kernschmelze". In Japan werden nach der Kernschmelze viele Menschen nicht mehr die Natur ungetrübt genießen können. Da ich gerade höre, dass die deutsche Kanzlerin an der Atomenergie festhalten möchte, genieße ich doppelt, weil es ist nur eine Frage der Zeit, bis uns das gleiche Schicksal trifft.
Was muss eigentlich noch passieren, bis wir umdenken? Wir haben eine der schlimmsten Energien gefesselt - sie lässt sich aber nicht fesseln. Wir haben sie entfesselt.














Schließlich wird auch noch die Übung kompetent durchgeführt.
Meine Gedanken sind wo anders.

Sonntag, 31. Oktober 2010

Durch Wiens Unterwelt

Halloween - heuer wollte ich keine Party machen, aber trotzdem muß etwas grusliges her. Eine Reise unter der U-Bahn Station Margarethengürtel. Um Mitternacht ist der beste Zeitpunkt, kein Verkehr auf der linken Wienzeile, und es geht ab in die Unterwelt. Und wahrlich, es ist gruslig. Vor allem, in die Seitenröhren hineinzugehen ... gebückt, wo seltsame Geräusche herauskommen. Und wir leuchten gegenüber in eine Röhre, und sehen eine Ratte, die direkt auf uns zukommt, durch den Fluss schwimmt und an uns vorbeiläuft, wie wenn es uns nicht gäbe. Aber unsere Vermutung, sie holt nur den Rest der Familie, weil es uns doch gibt - als Snack - bewahrheitet sich nicht und wir tauchen auf der anderen Seite wieder auf ... und verschwinden im Dunkel der Stadt.

Sonntag, 1. August 2010

Norwegen

Endlich verlassen wir Schweden, es ist langweilig geblieben. Die Grenze zu Norwegen unmerklich, ein Schild, eine schwarze Linie auf dem Navi.
Noch dominieren Wälder und Moore. Man wandert durch die gegend und steht plötzlich im Wasser oder im Gatsch. Wollgras ist ein wichtiger Indikator für nasse Füße.

Dafür ändert sich bald die Landschaft. Es wird abwechslungsreich. Seen und Gletscher, Flüsse und viele Wasserfälle.


Es regnet viel.Je weiter nach Westen, desto eindrucksvoller wird die Gegend.











Und natürlich ist genügend Möglichkeit, an den Fjorden Steine aufstellen.
















Wasserfälle.


















Die Einwohner bleiben mir fremd. ich kann mir sowas von nicht vorstellen, hier leben zu müssen. Was machen die den ganzen Tag?





Sonntag, 25. Juli 2010

Skandinavien

Ich reise das erste Mal urlaubsmäßig in den Norden (sieht man von einer Reise nach Alaska ab, aber das war gerade für 2 Wochen vor 27 jahren). Um es vorwegzunehmen: Wahrscheinlich auch das letzte Mal.
Verkehrsmäßig könnte der Kontrast nicht größer sein: Der Wahnsinn in Deutschland: Das Land der Raser und Staus. Da die Deutschen ihre Staus so lieben, produzieren sie durch konsequentes Bei-160-mit-zuwenig-Abstand-Fahren ausreichend Spontanstaus. Die Ruhe in Schweden: Kaum jemand fährt schneller als 110, Fußgänger haben wirklich auf den Zebrastreifen Vorrang. In der Stadt wird langsam gefahren.
Wir suchten die Einsamen Weiten und fanden die zugehüttelten Engen. Die Seen sind entweder unzugänglich oder zugehüttelt. Da nützt einem das beste Jedermannsrecht nichts. Von Einsamkeit keine Spur, hier in Südschweden. Der Campingplatz in den Schären nördlich von Götheborg: Die Wohnwägen eng an eng wie in Grado. Wegen Überfüllung steht man außerhalb auf einer Wiese und zahlt dafür das Gleiche wie drinnen.
Im Gegensatz zum Mittelmeer kommt man kaum wo zu den Ufern des Meeres oder eines Sees.
Das Resümmee bisher. LANGWEILIG.
Ein Platz hat uns dann versöhnt. Wir biegen von der Hauptstraße ab und fahren einfach über Forststraßen quer durch die endlosen Waldviertel-Wälder, als das Navi einen nahen See anzeigt. Ein Fahrweg zweigt ab .... und der Traumplatz taucht auf.







Die Ruhe ist beeindruckend. Das Wasser ist zwar modrig braun, aber zum Baden ists eh zu kalt.
In der Nacht, wo es nie ganz dunkel wird, fällt auf, dass es totenstill ist. kein Kauz, kein Wild, nichts. Lagerfeueridylle pur.

Es erreicht uns eine sms. Mein Sohn, untwerwegs mit seiner Freundin in Finnland, frägt, ob wir in der Nähe von Stockholm sind. Wir treffen uns am nächsten Tag auf einem Parkplatz im Regen. Es ist schon unglaublich, wie uns das Schicksal zusammenführt: auf einer Fläche, die die Häfte von Europa ausmacht, kommen wir einander auf der Autobahn entgegen.

Nach einer Nacht voll Schütten und Sturm fahren sie weiter Richtung Südwesten, wir nach Nordosten.
In Stockholm bewundern wir natürlich die Vasa, die Allegorie für die Grenzen der Gigantomanie.

Mittwoch, 23. Juni 2010

Türkei

Ich war heuer schon drei Mal in der Türkei zum Arbeiten.
Jeder, dem ich mitteilte, dass ich in die Türkei fliege, hat mir schönen Urlaub gewünscht.
Ich finde es hochinteressant, dass offensichtlich die meisten Menschen (Östereicher, Deutsche, Schweizer) bei der Türkei nicht an Arbeit denken.
Wenn ich hingegen nach Deutschland fahre, dann denkt niemand, dass ich dort Urlaub mache (obwohl ich heuer im Sommer in die sächsische Schweiz fahren möchte - zum Urlauben).
Seltsame Welt.

Freitag, 23. April 2010

mit dem Autoreisezug nach Hamburg

Ist doch eine super Idee. Umweltfreundlich, entspannt usw.
Allerdings:
1. teurer als fliegen + Mietauto, wenn man nur kurz bleibt und
2. ich muss der Bahn etwas vorfinanzieren, weil die nicht fähig (oder willig) sind, mir eine Halbpreiskarte sofort auszustellen.
Beim Tiergarten in Wien bekommt man SOFORT (d.h. gleich, ohne Zeitverzug!) diese Karte. Bei den ÖBB dauert das mindestens 6 Wochen. 6 WOCHEN!!!
Na sag einmal, schämt Ihr Euch denn nicht, die Verantwortlichen????
Ich denke, die haben sogar den Auftrag, den Deppen zu spielen, schließlich muss ich jetzt Vollpreis zahlen und kann nach Erhalt der Karte, die ich ebenfalls wochenlang vorfinanziert habe, das Geld zurückerhalten. Macht 6 Wochen Vorfinanzierung von 130 Euro.
Naja, solange es Deppen gibt, wie mich, die diese Abzocke primitivster Art mitmachen, warum denn nicht?
Bedenkt man aber, dass ich diesen Schrotthaufen mit meinen Steuergeldern NOCHEINMAL finanziere, geht mir doch die Galle hoch.
Ich möchte ihnen nur zugute halten, dass sie es aus Unfähigkeit tun und nicht vorsätzlich, das traue ich ihnen gar nicht zu.
Über den Service, den man da bekommt, brauche ich gar nicht mehr zu schrieben, sonst ärgere ich mich noch einmal.

Wenn man umweltbewusst unterwegs sein möchte, dann muss man einiges aushalten und auch gute finanzielle Voraussetzungen haben.
Völlig verkehrt, eigentlich.